Wohnhochhäuser im Trend – Bauprojekt Fanny Zobel Straße

Berlin steht vor der Herausforderung, angesichts der anhaltend hohen Zuzugszahlen neuen Wohnraum zu schaffen. Das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg ermittelte für 2014 insgesamt 48.000 mehr Einwohner als 2013 und neuste Zahlen für das erste Quartal 2015 zeigen einen weiteren Bevölkerungszuwachs in Berlin von 8.700 Personen. Um möglichst effektiv und stadtplanerisch harmonisch neue Wohnungen schaffen zu können, appelliert der Stararchitekt Daniel Libeskind, sich nicht weiter nach der in Berlin gültigen Traufhöhe von 22 Metern zu richten, sondern mehr Wohnhochhäuser zu bauen. Libeskind favorisiert dafür ein Hochhauskonzept für die gesamte Stadt, anstatt vereinzelt wie am Alexanderplatz, der City West oder in Neukölln Hochhäuser zu bauen, die bis zu 175 Metern hoch sind.

Die aktuelle Studie „Wohnhochhaus Deutschland“ von Sition Property Marketing und OC&C Strategy Consultants vom August 2015 unterstützt den Vorstoß von Libeskind. 36,7% der Befürworter von Hochhäusern ist der Meinung, damit die Wohnungsknappheit begrenzen und preiswerten Lebensraum schaffen zu können.

Besonderer Bedeutung kommt dabei dem Masterplan für das Areal am Alexanderplatz zu. Hier wurden zehn 150-Meter-Türme zugelassen, wovon sich zwei bisher in der Planung befinden. Weitere Hochhausplanungen finden sich in Form von Einzelprojekten, wie der sich in Neukölln befindliche Estrel Tower (175 Meter) das Zoofenster (118 Meter), das Upper West (118 Meter) oder das sich in der Planung befindliche Wohnhochhausprojekt in Alt-Treptow an der Fanny-Zobel-Straße mit seinen zwei Wohnhochhäusern (110 bzw. 100 Metern) und einem Apartmenthotel mit einer Höhe von 64 Metern. Auch am Gleisdreieck soll in die Höhe gebaut werden. Die ersten Entwürfe zur Entwicklung der “Urbanen Mitte” sehen sieben kleinere Bürohäuser, bzw. fünf größere Bürohochhäuser vor. Die Entwürfe sollen jetzt verfeinert werden.

Berlins Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel (SPD) sieht in der Realisation von Wohnhochhäusern ein geeignetes Mittel, um zusätzlichen Raum für Wohnungen und Büros zu schaffen, ohne dabei zu viel der bestehenden Grün- und Freiflächen zu bebauen. Um den Charakter der Berliner Innenstadt zu bewahren, plädiert der Stadtentwicklungssenator dafür, künftig auch verstärkt in die Höhe zu bauen.

Dass Wohnhochhäuser neuerdings wieder so viel Unterstützung finden, hängt mit einem Imagewandel zusammen. Die Berliner Stadtbaudirektorin Regula Lüscher will dieses Image zusätzlich durch attraktive Erd- bzw. Sockelgeschosse verbessern und Wohnhochhäuser städtebaulich besser einbinden. So können sich dann auch 44,8% der Befragten der Sition-Studie vorstellen, dass Wohnhochhäuser in Innenstädten entstehen.

Vorbehalte gegen Wohnhochhäuser hatten die Befragten vor allem, wenn diese direkt im eigenen Wohnumfeld errichtet würden. 41,8% sprachen sich in diesem Szenario dagegen aus. Mit Blick auf eine hybride Nutzung befürworten 48% der Befragten Gebäude, in denen gleichzeitig Lokale, Büros, Kindertagesstätten und Ärzte untergebracht sind. Ebenso können sich 47% der Befragten vorstellen, in einem Mehrgenerationen-Wohnhochhaus zu leben, wenn sie älter sind. Für die Zukunft können sich 21,3% der Teilnehmer der Sition Property Marketing und OC&C Strategy Consultants Studie vorstellen, bei einem Umzug in ein Wohnhochhaus zu ziehen.

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