Nachfrage nach Berliner Wohnimmobilien ungebrochen

Die Nachfrage nach Wohnimmobilien im Berliner Innenstadtgebiet ist weiter ungebrochen, zwischen 40.000 und 50.000 Neuberliner ziehen jedes Jahr in die Stadt. Um diese große Nachfrage zu bedienen, ist eine zusätzliche Erweiterung der Bautätigkeit vonnöten. Nur durch eine Steigerung des Angebots von Mietwohnungen, lässt sich langfristig die Steigerung von Mietpreisen bremsen. Doch sprechen die Statistiken eine andere Sprache, als der persönliche Eindruck vermuten lässt. Trotz der vielen Baukräne, die das Berliner Stadtbild inzwischen prägen und den prominent inszenierten neuen Bauvorhaben – beim Wohnungsneubau landet Berlin auf dem vorletzten Platz. Eine aktuelle Studie vom Forschungsinstitut bulwiengesa belegt, dass in Berlin pro 1.000 Einwohner nur 10 neue Wohnungen geschaffen werden. Dazu im Vergleich: Frankfurt/Main baut pro 1.000 Einwohner 35 neue Wohnungen; München 18 Wohnungen pro 1.000 Einwohner und Hamburg baut aktuell pro 1.000 Einwohner 15 neue Wohnungen. In den deutschen Großstädten (den sogenannten Top 7) liegt damit lediglich Stuttgart bei der Bautätigkeit hinter Berlin. In Stuttgart werden aktuell 7 neue Wohnungen pro 1.000 Einwohner gebaut.

Ende der Preisspirale im Luxussegment

Entgegen diesem allgemeinen Trend sprechen erste Anzeichen dafür, dass sich der Markt für Immobilien im Luxussegment in Berlin langsam beruhigt. So ist eine rückläufige Nachfrage nach Wohnungen für mehr als 750.000 Euro zu beobachten, der Markt für Penthouses zu Höchstpreisen scheint seinen Zenit erreicht zu haben.

So berichten Makler übereinstimmend von einer Beruhigung des Marktes für Luxus-Eigentumswohnungen. Die gesteigerte Bautätigkeit in diesem Segment zeigt erste Anzeichen einer Überproduktion. Diese Entwicklung ist übereinstimmend in den großen deutschen Städten (den sogenannten Top7: Berlin, Hamburg, Frankfurt, Köln, München, Düsseldorf, Stuttgart) zu beobachten. An allen diesen Standorten sind in der Vergangenheit eine Vielzahl von Eigentumswohnungen initiiert worden, die nun vermarktet werden müssen. Das Segment, das in der Anzahl der potentiellen Nachfrager die wenigsten Interessenten hat, ist das Luxus-Preissegment. Und hier zeichnet sich nun ein Rückgang der Nachfrage ab.

Wohnimmobilien ungebrochen

Der Französische Dom am Berliner Gedarmenmarkt – für Penthouses in dieser Lage wurden bis vor kurzem noch Höchstpreise erzielt
©Andreas Agne / pixelio.de

AGROMEX Gründer und Geschäftsführer Franz Rembold:

„Die einseitige Fokussierung auf den Hochpreissektor hat zu einem Überangebot von Luxuswohnungen geführt. Wir sehen hier langfristig eine Beruhigung der Preise und eine Entspannung dieses Marktsegmentes. Großes Potential besteht weiterhin im Wohnsegment gehobenes Wohnen. In diesem Bereich fragen Interessenten weiterhin verstärkt nach qualitativen Eigentumswohnungen in zentralen Innenstadtlagen.“

Die Bautätigkeit in den Großstädten ist also differenziert zu sehen. Zum einen erfahren die Metropolen weiterhin großen Zuspruch und Zuzug, hier ist also zusätzliche Bautätigkeit gefragt. Im speziellen Segment Luxus-Apartments ist jedoch eine Sättigung des Marktes zu beobachten.

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