Trotz starker Bautätigkeit – Erheblicher Wohnungsmangel

Dank konzertierter Anstrengungen von Senat und privater Bauwirtschaft zieht die Bautätigkeit in der Hauptstadt deutlich an. Die zukünftig erwartete Nachfrage nach Wohnimmobilien in Berlin wird durch die aktuellen Neubauten jedoch bei weitem nicht gedeckt.

Der Präsident des Bundesverbandes deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW), Axel Gedaschko, erklärte in Berlin, dass es in Deutschland momentan einen ungedeckten Bedarf für rund eine halbe Million Wohnungen gibt. Auch aufgrund der hohen Zuwanderungsraten müssten, laut Gedaschko, bundesweit jährlich allein im Geschosswohnungsbau etwa 200.000 Wohnungen hinzukommen. Daher kritisierte Gedaschko den Entwurf von Bundesjustizminister Heiko Maas für eine Mietpreisbremse. Durch dieses Instrument würde der Wohnungsneubau ausgebremst und die Verknappung von Wohnraum in Ballungsräumen noch gravierender werden.

Berliner Senat steuert gegen

In Berlin ist das Problem des knappen Wohnraums schon lange bekannt und erkannt. Stadtentwicklungssenator Michael Müller hat unlängst mit seinen Leitlinien seiner Stadtentwicklungs- und Wohnungspolitik bis 2025 Lösungsansätze präsentiert. Eine wichtige Säule dabei ist der Neubau. Gemeinsam mit Bezirken und Wohnungsbauverbänden wurde die Zielzahl von 12.000 neuen Wohnungen pro Jahr vereinbart. Durch den rapiden Bevölkerungszuwachs werden in der Hauptstadt in den nächsten 15 Jahren mindestens 130.000 neue Wohnungen gebraucht. Um diese Kennzahlen zu realisieren wurde jüngst ein auf Initiative von Stadtentwicklungssenator Michael Müller das „Bündnis für Wohnungsneubau“ ins Leben gerufen. In diesem Bündnis beteiligen sich der Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU) und der Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW). Zielsetzung ist, bis 2015 jährlich mindestens  9.000 neue Wohnungen zu errichten.

Mehr Personal für die Bauämter

Dieses “Bündnis für Wohnungsneubau” sieht auch eine Personalaufstockung für die zuweilen mit der Bearbeitung von Genehmigungsanträgen überforderten Bauämter in den Bezirken vor. Insgesamt sollen 49 neue Planstellen bei den Berliner Bezirksämtern entstehen. Sicherlich eine sinnvolle Maßnahme, um den gewünschten Zuwachs an Bautätigkeit mit schnelleren Bearbeitungszeiten zu unterstützen. Trotz aller gesteigerten Bemühungen um den Wohnungsneubau zu forcieren – beim aktuellen Stand der geplanten Bautätigkeit wird das  Angebot an Wohnimmobilien auf absehbare Zeit nicht ausreichen und weiteren Preisanstieg in der Hauptstadt bedeuten.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

HTML-Tags sind nicht erlaubt.