Berlin droht keine Preisblase

Berlin droht keine Blase“, titelt die Immobilien Zeitung. Laut des Forschungsinstituts empirica droht der Stadt keine Immobilienblase. In einer Studie wird das Verhältnis von Wohnungsangebot und –nachfrage untersucht, um eventuelle Schieflagen zu erkennen. Insgesamt befinden sich die ermittelten Werte im Schnitt im Normalbereich. Eine Überhitzung durch ein Überangebot wird vor allem dadurch verhindert, dass es in der Hauptstadt immer noch an Wohnraum mangelt.

In den gefragten, meist gut situierten Stadtteilen Steglitz, Zehlendorf, Wilmersdorf, Charlottenburg, Reinickendorf, Pankow und Mitte steht die Ampel derzeit auf Rot. Hier wird es für Normalverdiener immer schwieriger eine Wohnung zu kaufen. In allen anderen Bezirken liegen die Werte im Normalbereich. Besonders entspannt ist die Situation in Marzahn-Hellersdorf.

Die Forscher schränken jedoch ein, dass sie mithilfe ihrer Methode lediglich Hinweise auf eine Blasenbildung identifizieren, aber eine Preisblase selbst nicht erkennen könnten.

Mietpreisbremse das falsche Signal

Das Interesse ausländischer wie deutscher Investoren an Wohnraum in Berlin reißt nicht ab. In der deutschen Mittelschicht geht der Trend hin zur Zweitwohnung in der Hauptstadt. Die Einwohnerzahl steigt stetig an. Bis 2030 wird mit einem Anstieg um weitere 250.000 Bewohner gerechnet. Um zu verhindern, dass nur noch gut betuchte Bürger sich eine Wohnung in der Innenstadt leisten können und Normalverdiener in Randgebiete verdrängt werden, will der Berliner Senat zukünftig auf die Mietpreisbremse treten, sobald diese von der großen Koalition beschlossen ist.

Michael Müller, Senator für Stadtentwicklung und Umwelt, betont, dass sich die Stadt durchaus entwickeln und erneuern soll. Um Fehlentwicklungen zu verhindern, hat Müller diverse Punkte in der Wohnungspolitik verändert, so gibt es für die Mietpreiserhöhung in Berlin eine Kappungsgrenze. Ebenso wurde der Kündigungsschutz bei Eigentumsumwandlung erhöht, um Mieter vor der Entmietung zu schützen.

Das beste Mittel gegen Wohnungsnot, da sind sich alle Experten einig, ist jedoch gesteigerter Wohnungsbau. Hier ist die Berliner Politik auf dem richtigen Weg, die Zahl der neuen Baugenehmigungen hat sich im letzten Jahr auf insgesamt 12.518 erhöht. Diese Zahl wird zwar auch noch als zu gering erachtet, um die enorme Nachfrage nach Wohnraum in Berliner Innenstadtlagen nachhaltig zu bedienen. Trotzdem ist neugeschaffener Wohnraum ein allemal adäquateres Mittel, um in Zeiten stetig steigender Nachfrage zu reagieren, als die Preise für das bestehende Angebot per Gesetz zu reglementieren.

 

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